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Begegnung als Kritik
Geschrieben am Tuesday, 05. December von admin
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Hey schreibt: "Wie kann man nach der Erkenntnis, Kategorie der individuellen menschlichen Entwicklung sei deren Material, an der materialistischen Philosophie vorbeigehen?
Das menschliche Hirn entwickelt sich also nicht genetisch determiniert, sondern entsprechend Quantit�t und Qualit�t des Materials, aus dem es Reize erh�lt. Es, und mit ihm der ganze Adam, tendiert zu Liebe und Bildung, erh�lt es Stressreize, die zu gro� sind, regrediert und leidet es, bekommt Angst. Bon. Die Frage ist ja jetzt die: Wieso herrscht unter diesen Voraussetzungen nicht Friede, Freude, Eierkuchen? Kann man da wirklich sagen, zum Beispiel die Lebensnot hat nachgelassen, deshalb sind die Menschen verunsichert? (Da ja z. B. die Menschen in Indien, die es so schwer haben, viel freundlicher sind?) Mu� man nicht vielmehr die Verfa�theit der gesellschaftlichen Verh�ltnisse, die innere Logik des Kapitals analysieren, um zu verstehen, welche Kr�fte die Menschen, die hier bei uns wie die Maden im Speck leben, dazu treiben, immerzu ihr eigenes Gl�ck durch Fernsehen, Autos, Video, Ignoranz, Gef�hlsk�lte etc. pp. zu sabotieren? Ist nicht ein direkter Weg vom Bed�rfnis nach Liebe zu der Erkenntnis, da� eine Gesellschaft, deren Kategorie die Ware ist, radikal verkehrt sich bewegt? Hat Adorno nicht recht, wenn er fordert, Bildung heute hei�e zum Beispiel, den jungen Menschen die Gesellschaft "madig" zu machen, ihnen die Augen zu �ffnen f�r all die Zumutungen und Unversch�mtheiten, denen sie heute ausgesetzt sind? Bevor man menschliche Begegnungen versucht, sollte man doch wissen, da� unsere Gesellschaft danach tendiert, den Mitmenschen blo� noch als Mittel zuzulassen, als Investition, die lohnt oder nicht lohnt. Wenn man das begreift, also auch die eigene entsprechende Regung ohne Schuldgef�hl wahrnehmen kann, kann man erst die Radikalit�t der Utopie Humanit�t begreifen, sozusagen durch die Eisw�ste der Abstraktion hindurch. Und, f�r den Moment wichtiger, man mu� sich nicht weiter bel�gen �ber den Erfolg unmittelbar liebevoller Absichten und Taten: An jedem, noch so dekorativ drapierten Geschenk h�ngt heute ein Preisschild und damit das Ranking f�r die Wertsch�tzung des Beschenkten, ob man das nun wahrhaben will oder nicht. Nur durch die Kritik geht's zur Begegnung. "Angesichts der konkreten M�glichkeit von Utopie ist Dialektik die Ontologie des falschen Zustands"(Adorno)
Das sind ja nun ganz olle Kamellen; mir ist eben ganz unverst�ndlich, warum die nicht erinnert, oder wenigstens kompetent kritisiert werden. Ist die Frankfurter Schule schon so im Jenseits? H�thers Darstellungen �ber's Hirn schreien doch geradezu nach materialistischer Philosophie. Oder nicht?"
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